Kabel, Kameras, Licht.
Drei Planungswerkzeuge, die ich für meine eigenen Drehtage gebaut habe: den Signalfluss, die Kamerapositionen und das Licht — vorher planen, statt vor Ort improvisieren. Sie laufen offline auf dem eigenen Rechner, die Projekte sind einfache Dateien. Kostenlos nutzbar.
Eine Oberfläche für die ganze Show.
Die drei Planer sind eigenständige Programme, teilen aber eine Hülle: eine Modulschiene mit Zifferntasten, eine Befehlspalette auf ⌘K, dieselben Bibliotheks- und Eigenschaften-Leisten und ein gemeinsames Inventarformat. Was du einmal an Geräten hinterlegt hast, kennen alle drei.
CablePlanner
Knotenbasierter Editor für Video, Netzwerk und Strom. ATEM-Multiviewer-Layouts, Videohub-Routing, Stückliste und Patchzettel je Gerät.
MultiCam Planner
Kameras und Objektive: Bildwinkel und Schärfentiefe rechnen, Positionen in 2D und 3D setzen, den Sucher vorher ansehen.
LightPlanner
Der Lichtplan, den man sonst hinten auf den Ablaufplan kritzelt — auf einer 2D-Fläche, mit 3D-Vorschau und DMX-Patch.
Dazu kommt ein Übersichtsbrett im Stil einer Pinnwand, auf dem Notizen, Bilder und Verweise zum Projekt liegen — und eine Anbindung an Lexware Office, weil die Abrechnung am Ende sowieso ansteht.
Jedes Kabel steht im Plan, bevor es liegt.
Geräte als Knoten, Ports als Anschlüsse, Kabel als Verbindungen — Video, Audio, Steuerung, Netzwerk und Strom auf getrennten Ebenen, jede einzeln einblendbar. Das Bild rechts ist ein echter Plan: 146 Geräte, 227 Kabel, 25 Rahmen.
- ATEM-Multiviewer-Layouts setzen und beschriften
- Blackmagic-Videohub-Routing planen und dokumentieren
- Stückliste aus dem Plan — was aufs Auto muss, steht da
- Patchzettel je Gerät, zum Ausdrucken für den Aufbau
- Format je Projekt, etwa 1080p50 (3G) oder 2160p
Was auf der Fläche steht, fällt als Papier hinten heraus: Stückliste, Patchzettel und ein Export für die Ablage. Der Multiviewer wird direkt im Programm gelegt, nicht am Mischer im Dunkeln.



Erst rechnen, dann stellen.
Welches Objektiv an welcher Position welchen Bildwinkel gibt, lässt sich vorher ausrechnen. Danach steht die Kamera dort, wo sie hingehört — und nicht dort, wo noch Platz war.
Datenbank statt Datenblatt-Suche
- 54 Broadcast-Kameras von zehn Herstellern, unter anderem Sony, Canon, Panasonic, Blackmagic, ARRI, Grass Valley
- 163 Objektive — Fujinon, Canon, Sony, Sigma, Tamron, Tokina und PTZ-Integrierte
- Elf Anschlüsse von B4 bis M12, mit Adaptererkennung: Lichtverlust in T-Stufen und Sensorbeschnitt werden mitgerechnet
- Eigene Objektive anlegen, Favoriten markieren
Vom Grundriss in den Sucher
- Grundriss als Bild oder PDF laden und über zwei Punkte auf Maß bringen
- Kameras in der Draufsicht setzen, Bildwinkel als Kegel, Wände mit 45°-Raster
- 3D-Ansicht mit Bildwinkel-Pyramiden, Bewegung wie im Spiel
- Sucher-Vorschau mit Drittelraster, Schutzbereichen und Referenzfiguren
- Bildwinkel und Schärfentiefe für neun Sensorgrößen, mit hyperfokaler Distanz und Personenhöhe im Bild
Vorlagen für Sporthalle, Konzert, Kirche und Konferenz sind dabei; eigene lassen sich speichern. Am Ende fällt ein Blatt mit Draufsicht, 3D-Ansicht, Sucherbild und den technischen Daten heraus — als ein PNG, das man verschicken kann.
Die Skizze, nur ohne Papier.
Kein Ersatz für Vectorworks oder Capture — und will es auch nicht sein. Das ist das Werkzeug für den Moment, in dem man einmal durchdenken will, wo die Lampen hinkommen, bevor der erste Traversenzug hochgeht.
Planen
- 2D-Fläche mit Meterraster, Scheinwerfer setzen und den Zielpunkt ziehen
- Gebäudeplan als JPG, PNG oder PDF laden und über eine bekannte Strecke maßstäblich kalibrieren
- 3D-Vorschau mit den Lichtkegeln, zum Prüfen von Winkeln und Höhen
- Lux-Abschätzung auf dem Boden, gegen einen Zielwert eingefärbt — für die Skizze genug, keine lichttechnische Berechnung
Papier fürs Rigging
- Scheinwerfer automatisch nummerieren, DMX automatisch patchen — mit Adressbreite und Kollisionsprüfung
- Geräteliste, Bestückungsplan und Lastübersicht in kW und Ampere je Phase, auf 16-A-Kreise gerechnet, als CSV
- Traversen und Hängepunkte zeichnen und beschriften
- Bibliothek mit Source Four, PAR, Fresnel, LED-Panels und Moving Heads, aktuelle Elation-LED-Reihe dabei; LEE- und Rosco-Folien für CTO, CTB und Frost
Eigene Scheinwerfer lassen sich anlegen — oder aus einem Datenblatt übernehmen: Text hineinkopieren, die Felder für Photometrie, Abstrahlwinkel und Leistung werden gefüllt, und daneben steht, woher jeder Wert kommt. Prüfen muss man selbst.
Was es gibt, und wie weit es ist.
Alle vier liegen als Installer für macOS und Windows bereit, gebaut aus dem jeweils aktuellen Stand. Sie sind kostenlos nutzbar; der Quelltext ist öffentlich einsehbar, die Lizenz ist eigen. Verkauft wird nichts.
Vielleicht später als Dienst im Netz
Ich überlege, die Suite irgendwann als Dienst im Netz anzubieten — mit Projekten, die im Team liegen, statt als Datei auf einem Rechner. Entschieden ist das nicht, und einen Termin gibt es nicht. Solange es das nicht gibt, gibt es die Programme zum Herunterladen, und die laufen offline weiter.
Wenn du das interessiert: schreib mir eine Zeile, dann sage ich Bescheid, sobald es etwas zu sagen gibt. Kein Newsletter, keine Liste, die verkauft wird — eine E-Mail von mir, wenn es soweit ist.
Bescheid geben lassen →Aus dem eigenen Drehtag entstanden.
Fünf Jahre Präsenz-, Hybrid- und Onlineveranstaltungen, Leitung von Videotechnik-Teams, davor die Ausbildung in der Festinstallation von Medientechnik: In dieser Zeit habe ich Kabelwege auf Servietten gezeichnet, Bildwinkel im Kopf geschätzt und Lichtpläne zweimal gemalt, weil der erste nicht maßstäblich war.
Die drei Programme sind das, was daraus wurde. Sie machen keine Dinge, die ich nicht selbst brauche — deshalb fehlt vieles, was große CAD-Programme können, und deshalb sind sie schnell in dem, was am Drehtag zählt.
Wenn dir etwas fehlt oder etwas nicht stimmt: schreib mir. Ich baue an allen drei weiter.